Wandern auf Mallorca

1. Einleitung
2. Vall de Bóquer
3. Castell d’Alaró
4. Sa Dragonera
5. Rund ums Kloster Lluc
6. Zur Cova Tancada
7. Küstenwanderung

 

Einleitung
Im Gegensatz zu unserem ersten Mallorcabesuch 2015 (Artikel eins, zwei und drei) waren wir diesmal doch mehr Wandern als Cachen. Zwar habe ich in der Vorbereitung unzählige Caches (vornehmlich LPs) zusammengesucht, aber letztlich waren die Wandermöglichkeiten einfach zu verlockend. Ausgangspunkt war erneut der Küstenort Can Picafort. Nicht ganz ideal für die Ausflüge ins Tramuntana-Gebirge, aber da wir mit dem Hotel zufrieden waren, haben wir uns dort erneut eingenistet.

 

Vall de Bóquer
Bereits am ersten Urlaubstag stand eine kleine Wanderung auf dem Programm. Nördlich unseres Urlaubsort, am Rande von Port de Pollença, schlängelt sich das Bòquer-Tal zwischen zwei Höhenzügen bis zum Kiesstrand. Nicht nur bei Vogelkundlern ist das Tal beliebt, auch viele Ausflügler findet man dort. Bei 200 Höhenmetern (wenn man zum Strand geht) oder 82 (wir sind lieber zum Aussichtspunkt gelaufen) und 5km hin und zurück, ist die Runde für fast jeden machbar. Hat man die Zufahrt zum Parkplatz am Kreisverkehr erstmal gemeistert, hat man das schlimmste auch schon hinter sich, der Rest des Weges ist problemlos, wenn man ab und an mal auf den Boden schaut. Unterwegs finden sich drei Tradis und ein Earthcache (siehe Karte), der T4-Tradi trägt seine Wertung nicht ganz zu Unrecht. Ansonsten eine gemütliche Wanderung mit einem tollen Blick auf die Bucht.

Das Felsentor am Taleingang

Heuschrecken mit interessanten Augen

überwachsene Pfade

Blick auf die Bucht

 

 

Castell d’Alaró
Unsere dritte Tour (die zweite bekommt einen eigenen Artikel) führte uns zu einer Burgruine über der Ortschaft Alaró. Für diese Wanderung gibt es einige Varianten. Im Wanderbuch startet die Tour in der Nähe von Orient, bergan zum Waldparkplatz und von dort den Karrenweg entlang zur Ruine, über den GR221 wieder nach unten bis zur Fahrstraße und von dort über das Restaurant Es Verger über den Waldparkplatz zurück zum Start (8km, 3h). Alternativ kann man auch von Alaró aus über den Fahrweg zum Restaurant starten und die Runde beginnen (12km, 600 Höhenmeter!). Wir entschieden uns für eine Mischung aus den unterschiedlichen Versionen. Wir nahmen die abenteuerliche Fahrstraße von Alaró bis zum Restaurant (eng, kurvig, mit Schlaglöchern), die durchaus etwas Fahrgeschick erfordert und entschieden uns für einen Parkplatz kurz unterhalb des Restaurants, wo der GR221 auf die Straße trifft. Von dort nahmen wir die letzte Serpentine bis zum Restaurant Es Verger, waren überrascht von den beiden großen Parkplätzen und den vielen Autos dort und folgten dem Weg weiter (vorbei am Tradi) bis zum bereits erwähnten Waldparkplatz (laut Wanderbuch kann man dieses Stück übrigens noch mit dem Auto fahren, ich würde das nicht tun!). Von dort dann dem Bruchsteinweg bis zur Ruine folgen. Eine ausgiebige Besichtung wird empfohlen, der Berg wurde bereits von den Römern befestigt, eine Burg ist seit 902 belegt.  Dort oben findet man auch ein kleines Café (alles Benötigte wird übrigens mit Eseln nach oben gebracht), einen nicht ganz einfachen Mystery und, wenn man einen sinnvollen Weg findet, noch einen weiteren Tradi und einen Earthcache. Danach geht es den gleichen Weg wieder etwas zurück und mit dem GR221 nach unten zur Fahrstraße und nach 5km ist man zurück am Auto.

Treppe nach oben zur Ruine

Blick nach unten auf die Fahrstraße und das Restaurant. Das silberne Auto unten in der Mitte ist unseres.

Zugang zur Ruine

Mauerreste

Castell d’Alaró

Ausblick

 

Sa Dragonera
Mittwoch ging es auf die Dracheninsel. Die 4km lange Insel liegt vor der Westküste Mallorcas und ist nur per Boot zu erreichen. Von der Mole Sant Elm fährt regelmäßig ein kleines Boot auf die unbewohnte Insel. Fahrplan und Preise findet man auf der Homepage des Anbieters. Kleine Anmerkung, da wir selbst auch das Problem hatten: am Besten reservieren. Wir konnten zwar unsere gewünschte Fähre auf die Insel nehmen, aber leider nicht die letzte Fahrt zurück nehmen, da diese schon ausgebucht war. So hatten wir statt der geplanten 4,5h nur noch 3h auf der Insel und entschieden uns dann für eine kürzere Wanderung, da uns das Zeitfenster für die 2:45h Tour (8,6km hoch auf den Gipfel zum Leuchtturm) dann doch etwas zu knapp war, man will sich ja auch etwas umschauen. Kleiner Wehmutstropfen: der gelöste Mystery lag nicht mehr auf der Route.
Unser Ziel: der Leuchtturm an der Südspitze der Insel, hin und zurück 9,2km, durchgehend befestiger Weg, verlaufen kann man sich auch nicht wirklich. Ein einfacher Multi führt hin und wieder zurück. Neben immer neuen Ausblicken finden sich auf der Insel unzählige Eidechsen, die einen immer wieder eine Pause einlegen lassen. Einfach kurz hinsetzen und warten, bis die kleinen Reptilien über einen klettern. 2,5h haben wir mit einigen Pausen gebraucht, den Tradi am alten Wachturm haben wir allerdings ausgelassen und stattdessen lieber noch einige Eidechsenpausen eingelegt.
Als dritten Variante kann man übrigens auch zum nördlichen Leuchtturm wandern, die Tour dauert eine gute Stunde.

Blick auf die Insel mit dem Fährboot

Dragonera-Eidechse

Blick auf den kleinen Hafen

 

 

Rund ums Kloster Lluc
Im Tramuntanagebirge liegt das Kloster Lluc, eingebettet in eine traumhafte Landschaft, die von vielen Wanderwegen durchzogen wird. 13km und 330 Höhenmeter bieten einen schönen Überblick über die Gegend. Karrenwege, schmale Pfade, felsige Wege und ein Felsenlabyrinth bieten unterwegs viel Abwechslung. Die Tour bietet sich auch für heiße Tage an, zum einen ist es im Gebirge eh etwas kühler, zum anderen verläuft der Großteil der Strecke zwischen schattenspendenden Steineichen. Ca. 2/3 der Strecke verlaufen auf dem gut ausgeschilderten Fernwanderweg GR221, überwiegend auf Pfaden, die aber durchaus auch mal etwas uneben und felsig werden können. Nachdem man den großen Grillplatz hinter sich gelassen und die Straße überquert hat, betritt man das Felsenlabyrinth, die Wegführung ist hier nicht ganz einfach und auch der Weg nach unten durch die karstigen Felsformationen erfordert etwas Trittsicherheit. Kurz vor Ende bietet sich ein kleiner Abstecher zur Höhle „cova de sa cometa des morts“ an, eine Begräbnishöhle aus der Talayot-Kultur. Wieder zurück auf dem Hauptweg biegt nach kurzer Zeit ein felsiger Pfad zum Kamel ab. Ein Fels, der vom Wasser im Laufe der Jahrtausende geformt worden ist.

Felsige Pfade führen vom Kloster weg

Blick auf die Karstformationen

beeindruckende Landschaften

Felsengarten

das Kamel

 

Zur Cova Tancada
Trotz der Kürze war dies wohl mit die fordernste Tour des Urlaubs. Immerhin hat der Earthcache am Ende der Tour eine T-Wertung von 4,5 und die hat er sich auch verdient. Zunächst geht es recht gemütlich auf breiten, schattigen Waldwegen los, manchmal etwas uneben und ausgesetzt, aber ganz gut zu laufen. Nach ca. 1,5km biegt ein Pfad nach unten ab, der sich stetig zur Küste zieht. Hat man den Wald verlassen gilt es, den Weg den Hang hinunter zu finden. Sobald das Meer vor einem liegt, wird es langsam kniffliger. Die Reste einer Treppe führen noch etwas weiter nach unten bis man an einer Bruchsteinmauer ankommt. Luftlinie ist es nun nicht mehr weit zum Höhleneingang, aber das Schwierigste kommt noch! Nun gilt es sowohl den richtigen Weg zu finden als auch auf zu passen, wo man hin tritt, sonst kann es ganz schnell gefährlich werden. Spärlich verteilte weiße Punkte weisen einem den richtigen Pfad. Vorbei an einer schiefen Kiefer und einer Kette als Ab- bzw. Aufstiegshilfe sind es nur noch 30-40m, aber vom Höhleneingang keine Spur. Eine Engstelle und einige Kletterpartien später sieht man dann endlich mal das Ziel. Die Warnungen im Listing sollte man ernst nehmen. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit, ansonsten kann das ein gefährlicher Ausflug werden. Bedenken sollte man auch, dass man den schwierigsten Teil des Ab- bzw. Aufstiegs in der prallen Sonne (Südseite) hinter sich bringen muss und man, je nach Konstitution und Selbsteinschätzung der untere Teil durchaus 30-60 Minuten in Anspruch nehmen kann. An der Höhle angekommen, gilt es das letzte Hindernis zu überwinden: der Eingang liegt etwas höher. Ist man erstmal drin, hat man das Schlimmste auch hinter sich. Im Inneren findet man Treppen, da die Höhle zur Schauhöhle ausgebaut werden sollte. Nun kann man sich in Ruhe und so lange man möchte, die Tropfsteinformationen anschauen und ungestört Fotos machen. Nach der Besichtung muss man sich allerdings wieder auf den anstrengenden Rückweg machen.
Kleiner Tipp: in der Gegend befindet sich auch ein D5-Mystery.

hier gehts hinunter

Blick aus der Höhle auf die Bucht

in der Höhle

 

 

Küstenwanderung
Am letzten Tag, der wieder etwas kühler war, entschieden wir uns für eine Wanderung an der Küste im Süden der Insel. Ausgangspunkt ist der kleine Ort Cala Llombards. Problematisch ist die Parkplatzsituation, sofern man sich an Verbotsschilder hält. Das Wohngebiet südlich der Zufahrtsstraße ist eigentlich komplett gesperrt und verlängert den Zuweg zum Startpunkt um über einen Kilometer. Los gehts überhalb der Cala de s’Almunia mit einem schönen Blick auf die Bucht und die Steilküste. Der Anfang der Tour führt auf einem verwachsenen Pfad den Hang hinauf zur Steilküste und nach kurzer Zeit noch mal abwärts durch ein kleines Tal, danach verläuft die Wanderung größtenteils in der Nähe der Klippen entlang und biegt nach einem leerstehendem Haus an den Feldern etwas ins Landesinnere ab, vorbei am LP-Multi und in einem kleinen Bogen zurück zur Küste und zum Strand Caló des Màrmols. Der Rückweg führt durchgehend an der Küste entlang. Auf der 12,5km langen Tour lassen sich recht bequem vier Tradis und ein Multi suchen, mit einigen Extrametern eventuell auch noch zwei Multis mehr. Die Tour verläuft zu weiten Teilen ohne Schatten, was man bei der Planung durchaus berücksichtigen sollte. Der Wind an der Küste täuscht einen da gerne mal.

Blick auf die Küste

Cala Llombards

Cova des Sant

Cala Figuereta

Blick auf Caló des Màrmols

 

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