Kurztrip in die Sächsische Schweiz: Actioncam, Stiegentour und und und…

Jeder kennt es, es gibt Momente da will man einfach nur raus, weg, einfach mal wieder abschalten.

Genau diesen Gedanken hatten Moni (kleines_Hascherl) und ich Anfang April und so war schnell klar: Ein Kurzurlaub muss her. Nach kurzer Überlegung und Blick auf die Wetterlage in den favorisierten Gebieten war das Ziel ausgemacht.Eine Ferienwohnung in Altendorf, ein kleiner Ort nahe Bad Schandau sollte als Ausgangspunkt für diverse Aktivitäten in der Sächsischen Schweiz dienen.

Bereits 2012 waren wir dort zum Wandern und haben uns auf Anhieb verliebt, schmale Trails, tolle Natur, Felsen und auch die ein oder andere Kletterpassage gepaart mit preiswerten Unterkünften und bezahlbarer Gastronomie. Mit gut 300 km Anfahrt zudem auch noch genau richtig für ein verlängertes Wochenende.

Während der Vorbereitung auf den Urlaub musste ich immer wieder an diverse Teile aus unserem Urlaub 2012 denken, kramte in Bildern, aber das was ich eigentlich suchte war nicht dabei. Dank Youtube und co wurde ich dann doch fündig und beim betrachten der Videos stellte ich immer wieder fest, eigentlich wäre so eine Videoaufnahme unserer damaligen Touren schon eine richtig tolle Sache.
Dafür aber die Spiegelreflex mitschleppen und dauerhaft filmen? Das gibt Schmerzen in den Handgelenken. Schnell kam mir GoPro in den Sinn, so eine kleine Actioncam wäre genau richtig. Also mal schnell die Homepage und diverse Onlineshops gecheckt und ganz fix verworfen. Es gibt zwar günstige Einstiegsgeräte, will man jedoch etwas vernünftiges, so gibt man mit ein bisschen Zubehör schnell mal 300-600 € aus. Dafür, dass das Ding dann mindestens 45 der 52 Wochen im Jahr im Schrank liegt doch etwas teuer.
„Warum kann man so etwas eigentlich nicht mieten“ dachte ich mir und googelte dennoch spaßeshalber. Was die Suchmaschine dann ausspuckte überrascht mich doch etwas: Nicht nur einer vermietet diese Dinger, die Anzahl der Anbieter ist schon fast erschlagend. Letzten Endes wählte ich dann Cam-Charter.com. Warum? Dazu schreibe ich gerade noch einen kleinen Blogartikel den ihr in ein paar Tagen hier finden könnt. Im Artikel findet ihr auch ein paar Erfahrungen zum Thema Wandern mit Actioncam. Kurzfassung: Gigantischer Service, coole Bundles, klasse Preis/Leistungsverhältnis.

Aber gut zurück zum eigentlichen Thema. Nachdem wir bereits Donnerstag Abend angereist sind, konnten wir Freitagmorgens direkt mit dem Highlight unseres Urlaubs starten: Eine Stiegentour.

Achtung: Im folgenden wird eine Tour beschrieben, bei der man einen großen Teil der schwierigsten Stiegen in der Sächsischen Schweiz geht. Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und Klettererfahrung sind ein muss. Ein Großteil dieser Stiegen wird ungesichert begangen (Keine Selbstsicherung möglich!) und es sind Sturzhöhen von mehr als 50 Metern möglich! So etwas kann zu schweren Verletzungen oder dem Tod führen, daher bitte wirklich nur dann begehen, wenn ihr wisst was ihr tut. Ihr geht auf eigene Verantwortung. Wer sich nicht sicher ist, lieber ein bisschen im Netz lesen oder andere Stiegen gehen, die Sächsische Schweiz ist auch wunderschön wenn man sie „nur“ bewandert“

Die so genannten Stiegen findet man sehr häufig in der sächsischen Schweiz. Diese sind von einfachen Wanderaufstiegen mit Treppen (Eingestuft als S1) bis hin zu Klettereien die durchaus UIAA 3+/4- sein können (Eingestuft als S5) „Wege“ die je nach Gehrichtung entweder auf einen Felsen/ ein Felsgebiet oder eben von diesem Herunterführen.
Moni und ich hatten hierbei eine Tour herausgesucht, die eine ordentliche Runde mit einigen der schwereren Stiegen darstellte. Als Basis diente die Ultimative Stiegentour welche ich noch etwas abänderte. Es sollte der Aussicht (und natürlich eines Caches wegen ;)) noch über den Carolafelsen gehen und wir wollten den gesamten Oberen Terrassenweg laufen. Während der Tour mussten wir dann Wetterbedingt leider etwas abweichen, die Starke Stiege war uns im Abstieg bei nassem Fels zu heftig, der obere Terrassenweg hätte die Tour – die am Ende dann doch etwas mehr als 19 km und 9h Gehzeit hatte dann doch gesprengt.
Finden könnt ihr die Tour übrigens bei Komoot, so wie wir sie gegangen sind hier: Ultimative Stiegentour bei Komoot .

Nach einem kurzen Zustieg, der am Einstieg der Häntschelstiege vorbeiführt (Hier den Tradi zur Stiege mitnehmen) kommt man an den Einstieg der Zwillingsstiege. Über einige Metallklammern geht es sehr schnell nach oben, innerhalb von kurzer Zeit ist man bereits 30-40 Meter weiter oben und kann den ersten grandiosen Blick genießen. Nachdem man den Tradi zur Stiege eingesammelt hat, geht es über schmale Wege weiter zur Mitte der Häntschelstiege.

Auf diesem Weg geht es von der Zwillingsstiege zum mittleren Einstieg der Häntschelstiege

Auf diesem Weg geht es von der Zwillingsstiege zum mittleren Einstieg der Häntschelstiege

Der Eingang ist nicht ganz einfach zu finden, einfach dem Track folgen oder aber immer wieder in die Felswand blicken bis man eine Spalte von ca 10 Metern höhe und 3 Metern breite findet. Dort geht es rein. Wichtig allerdings vorher: Klettersteigset anlegen. Die Häntschelstiege ist eine der wenigen Stiegen die man gesichert begehen kann und das sollte man dann auch tun. Durch die genannte Felsspalte, geht es nach oben. Die Kletterei ist wenig spektakulär, der Ausblick den man oben genießen kann dafür umso mehr.

Panorama über die Häntschelstiege.

Panorama auf dem Gipfel nach der Häntschelstiege.

Nun ist erstmal etwas „Laufarbeit“ angesagt. Zunächst geht es über einen schmalen Pfad hinunter in ein Birkenwäldchen und dann nach oben auf den Carolafelsen zum nächsten Tradi und einer genialen Aussicht. Über die gefühlten 20000 Treppenstufen der Heiligen Stiege geht es nun nach unten auf den unteren Terassenweg. Dieser schmale Weg der an den Felsen entlang läuft bietet wieder fantastische Aussichtsmöglichkeiten und einen tollen Rastplatz in der nähe des Tradis vom Terassenweg.

Unser Rastplatz auf dem unteren Terrassenweg

Unser Rastplatz auf dem unteren Terrassenweg

Über die Rotkehlchenstiege geht es nun nach oben auf den oberen Terassenweg. Dieser Weg ist nochmals um einiges ausgesetzter als der untere Terassenweg, wer hier ein Problem mit Höhe hat gerät sehr schnell an seine Grenzen. Während einem Blick zum Rauschenstein, kann man den nächsten Tradi suchen und kurze Zeit später auch schon den Eartcache am kleinen Felsentor besuchen.

Nun weichen wir auch von der „Originaltour“ ab, gehen nicht die Starke Stiege hinab sondern entspannen uns bei einer längeren Laufroute bis wir endlich an der Rübezahlstiege ankommen. Laut diversen Führeren handelt es sich hierbei um die schwerste Stiege der Sächsischen Schweiz. Kletterein des 4. Grads und eine Gesamthöhe von fast 80 Meter machen eine Menge spaß und am Ende einen tollen Ausblick, man muss jedoch auch hier wieder wissen was man tut.

Oben angekommen geht es nun leider auch schon zurück. Die Friensteinhöhle oder auch Idagrotte (Hier liegt auch wieder ein Earthcache) stellt den tollen Abschluss der Runde dar. Ein gigantischer Ausblick über die Sächsische Schweiz gibt einem nochmal ein wirklich gutes Gefühl und nun geht es ab zum Auto.

 

Viele Eindrücke der Tour konnte ich auf Video festhalten, das Video selbst stellt aktuell jedoch noch ca 120GB Rohmaterial dar, das erstmal geschnitten werden muss. Ich reiche es nach, versprochen! Wer mehr fragen hat, schreibt mich einfach an: hannes@geolemminge.de

Auf der Runde kann man übrigens diese Caches finden:

Also wie man sieht, auch für den Geocacher, einiges dabei ;)

 

Eigentlich hatten wir für die beiden darauf folgenden Tage auch Wanderungen geplant, allerdings machte uns das Wetter hier einen richtigen Strich durch die Rechnung. Daher fuhren wir am Samstag ein paar Earthcaches ab.
Hierbei erwähnenswert sind jedoch nur zwei.
Als erste wären da die Tyssaer Wände in Tschechien, welche für mich irgendwie wie eine Miniatur der Sächsischen Schweiz sind. Auf recht engem Raum gibt es hier eine Vielzahl von interessanten Felsformationen und tolle Wege. Wenn man die komplette Runde läuft kann man ca 2,5h lange durch diese Felsenlandschaft laufen, ein wirklicher Genuss.

Der zweite Earthcache war der Marie-Louise-Stolln. Ein Besucherbergwerk mit einer recht interessanten Geschichte. Ein tolles Schlechtwetterprogramm, mehr aber auch nicht, denn leider wurde das Bergwerk aufgrund seines zweiten Verwendungszwecks – es ist nämlich auch zertifizierter Heilstollen – doch ziemlich ausgebaut. Dennoch, die Führung ist interessant, das Eintrittsgeld lohnt sich.

Den letzten Tag verbrachten wir dann bei noch schlechterem Wetter in Dresden, machten hier noch ein paar Döschen und fuhren dann heim. Fazit zu Dresden: Man muss in großen Städten nicht nur kleine Dosen legen. Ganz im Gegenteil. Einige der Tradis sind doch durchaus mal ein Normal oder ein Small. Alles in allem nett für schlechtes Wetter, Wandern wäre aber schöner gewesen.

Mein Fazit: Schlechtes Wetter in der Sächsischen Schweiz ist leider ein ziemlicher Spielverderber. Viele der schönen Stiegen gehen nicht und es kommt aufgrund der doch meist offenen Wege einfach kein Spaß auf. Dennoch, die Sächsische Schweiz hat uns schon ein Stück weit erobert, ich bin mir sicher wir werden noch oft wiederkommen. Die Natur die sich hier bietet ist einfach nur majestätisch, einfach unbeschreiblich schön.

 

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