Cachen im Chiemgau

Bereits im letzten Jahr machten wir uns auf den Weg ins Chiemgau, genauer gesagt nach Traunstein. Bisschen cachen, den Chiemsee besuchen und ein Abstecher nach Salzburg, so war die Planung. Leider war das Wetter dann damals so schlecht, dass mir sogar die Lust verging, im Nachhinein einen kleinen Artikel für den Blog zu schreiben. Zwar waren damals einige wirklich gute Dosen dabei (siehe hier), aber z.B. der völlig durchnässte Tag im trüben Salzburg waren eigentlich zum abgewöhnen.
So reifte in uns schnell der Entschluss, dass wir noch mal in die Gegend müssen, um die Natur bei schönerem Wetter zu genießen. Das verlängerte Wochenende an Christi Himmelfahrt wurde ausgesucht und der Wettergott veranstaltete das gleiche Spielchen wieder. Anreisetag super, dann Regen. Wir entschlossen uns also, das schöne Wetter auszunutzen und vor allem die ausgewählten Multis anzugehen, das macht bei schönem Wetter einfach mehr Spaß.

Der erste Stopp lag in der Nähe von Inzell, durch das dortige Hochmoor führen zwei Multis, zum einen die Zeitreise, zum einen die Moorexpedition. Zusammen bilden sie einen ca. 5km langen Rundweg durch das Moor. Dieser orientiert sich am Naturlehrpfad. Die vielen Mitmachstationen und die tolle Landschaft ergeben eine Kombination, die sicher auch Cacher mit Kindern ansprechen wird.

Nach einem kurzen Abstecher zur Antoniuskapelle, ging es weiter nach Ruhpolding. Agent spielen stand auf dem Programm und so machten wir uns auf die Jagd nach Mr. S. Ganz im Stil der CSI-Caches galt es, verschiedene Hinweise zu finden und zu interpretieren, um so zur nächsten Stage zu gelangen. Ganz nebenbei konnten wir so auch einiges von Ruhpolding sehen. Am Ende wurde es zwar etwas verwirrend, dennoch konnten wir die Dose letztlich finden.

Nach einer kleinen Stärkung ging es als Abschluss des Cachetages nach Übersee. Der Multi CSI: Übersee stand noch auf dem Programm. Vom Stil her ähnlich wie die Jagd auf Mr. S, allerdings stellenweise doch kniffliger, vor allem in Kombination mit der einsetzenden Dunkelheit. Es war nicht immer ganz einfach zu verstehen, was der Owner mit den Umschreibungen meint und auch der Fußmarsch war etwas länger, aber es hat einfach Spaß gemacht auf Spurensuche zu gehen und alle Indizien passend zusammen zu fügen. Mit den ersten Regentropfen konnten wir den Final noch finden und die Rückfahrt im einsetzenden Gewitter antreten.

Das schlechte Wetter sollte nun unser weiterer Begleiter sein. Am nächsten Morgen ging es für einen kurzen Abstecher nach Bad Reichenhall zur Burg Gruttenstein. Wir haben kurz gebraucht, bis wir den Fußweg zum Pulverturm gefunden hatten, die Beschilderung ließ zu wünschen übrig. Von oben hatte man eine ganz gute Sicht auf die verregnete Stadt, der Cache war recht schnell gelöst und so ging es durch den immer stärker werdenden Regen zur Dose und im Schnellschritt zurück zum Auto.

Bad Reichenhall im Regen

Nun war erstmal trocknen angesagt. Nur wo? Eine komfortable Unterkunft sollte es sein und so begaben wir uns zum Hotel Geiger, ein unter Cachern sehr bekannter Lost Place in einer Hotelanlage. Hier herrscht reger Betrieb und so stand bei unserer Abreise auch schon das nächste Auto vor der Tür.

Hotel Geiger

Weiter sollte es nach Berchtesgaden gehen, dort wartete ein wherigo auf uns: Historischer Rundgang durch Berchtesgaden. Eine ordentliche Wanderung stand auf dem Programm und auch ein paar Höhenmeter waren zu absolvieren, das alles im Regen. Der wherigo selbst war zwar nicht so gut, man musste keine Aufgaben lösen oder Fragen beantworten, sondern nur von einer Zone zur nächsten gelangen, dafür gab es aber die geballte Ladung an Informationen zur Stadt und eine wirklich tolle Finaldose.

Berchtesgaden

Zum Abschluss des Tages statteten wir dem Königssee. Bei schönem Wetter sicher ein toller (überlaufener) Ausflugspunkt, beim regnerischen Wetter bekam man immerhin einen Parkplatz rech weit vorne. Auch der neblige Blick auf den See war durchaus einen Besuch wert. Beim wherigo haben wir uns etwas doof angestellt und wegen des Regens dann die Lust verloren, einen Teil des Weges nochmals abzulaufen, so machten wir uns zumindest daran, den Tradi King’s Lake Cache zu finden. Mit 2002 eine ziemlich alte und vor allem große Dose. Leider war der Owner auch fast genau so lange schon nicht mehr online. Keine Ahnung, ob der Cache inzwischen gewandert ist, aber mit den hinterlegten Werten ist er nicht mehr zu finden, erst die Hinweise in den letzten Logs haben uns auf die passende Spur gebracht.

Malerwinkel im Regen

Da das Wetter am Samstag nur schlecht und nicht ganz schlecht war, ging es endlich auf den Chiemsee. Zunächst natürlich Herrenchiemsee. Mit dem Schiff ging es hinüber zur Insel, dort stand der Multi Schloss Herrenchiemsee auf unserer to-do-Liste. Bei wechselhaftem Wetter führte uns die Tour vom Anlegesteg zum Schloss und dann im großen Bogen auf einem schönen Waldwanderweg an einem Rastplatz vorbei zurück zum Schloss und zum Startpunkt. Dank des immer wieder aufkommenden Regens waren wir vor allem im Wald völlig ungestört und konnten problemlos die Hinweise suchen.

Schloss Herrenchiemsee

Im Anschluss ging es auf die Fraueninsel. Da die Insel bedeutend kleiner ist, ist hier die Konzentration an Touristen natürlich höher, die Insel selbst gefiel mir aber irgendwie besser. Auch hier gibt es einen Multi, der einem die kleine Insel näher bringt. Am Ende wartet zwar nur ein Micro auf den Cacher, dafür hat dieser aber eine tolle Tarnugn spendiert bekommen. Nach einer kurzen Stärkung auf der wirklich schönen Insel ging es dann zurück aufs Festland, um noch den ein oder anderen Earthcache zu besuchen.

Blick auf die Fraueninsel

Am Morgen des Abreisetages hatte sich das Wetter wieder verbessert und so ging es noch zu einem kurzen Morgenspaziergang in das ehemalige Truppenübungsgelände in der Nähe Traunsteins. Der Multi „der Förster starb um Mitternacht“ war unser Ziel und so nach und nach wurde uns auch klar, weshalb der Cache D4 ist. Hat man aber erstmal verstanden, wie das alles gemeint ist und man etwas Glück bei der Suche hat, ist es ein netter Spaziergang durch eine tolle Gegend. Ein gelungener Abschluss vor der nassen und stürmischen Heimfahrt.

2 Kommentare

  • Ja, der Chiemgau ist ein wirklich schöne Gegend – da habe ich viele meiner Urlaube als Kind verbringen dürfen – damals noch ohne Geocaching!

    Sogar zwei von den Caches über die du in diesem Artikel geschrieben hast, konnte ich auch schon finden: Schloss Herren-Chiemsee und den CSI Übersee…

    Deine Fotos sind toll geworden und haben in mir wieder die Sehnsucht nach dieser Region ausgelöst!

    Danke für diesen schönen Artikel und viele Grüße aus dem Saarland,
    Jörg

    • tobit

      Danke für das Lob.
      Zu den Fotos sag ich nur: gelernt ist gelernt, für irgendwas muss die Ausbildung ja gut gewesen sein. ;)

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