where to go for wherigo?

Als ich vor knapp drei Jahren zu cachen begann, war der Cachetyp „wherigo“ doch recht dünn gesät. Bayreuth, Würzburg oder Erlangen/Nürnberg waren die Städte, die man dafür anfahren musste. Zwar alles in erreichbarer Nähe, aber verglichen mit Tradi und Multi doch eine recht weite Strecke. Gründe für die geringe Verbreitung waren zum einen sicher die Schwierigkeiten bei der Erstellung der Cartridge mit Hilfe des lieblos gepflegten wherigo-Builders, zum anderen konnten sich vermutlich doch einige Cacher nicht so ganz mit diesem elektronischen Schnickschnack anfreunden.

Die Situation hat sich inzwischen allerdings grundlegend geändert. Der neue Builder (ein Projekt von Geocachern) und die Smartphoneverbreitung haben dem wherigo nicht nur zu einer größeren Verbreitung, sondern auch zu neuen Features verholfen. Während man bei manch älterer Cartridge häufig durchgehend aufs GPS starren musste, um ja nichts zu verpassen, spielen neuere einen Piepton bei Erreichen der Zone ab, auch monophone Melodien (auf dem Garmin) und polyphone Melodien oder Geräusche (auf dem Smartphone) sind mir schon untergekommen.

Ein weiterer Grund für die steigende Zahl und Beliebtheit sind sicher auch die immer komplexer werdenden Storys. Die Bandbreite reicht hier vom einfachen, linearen wherigo, der den Cacher von einem Punkt zum anderen bringt und vielleicht noch mit zusätzlichen Infos zur Örtlichkeit versorgt und die ein oder andere Frage stellt (also sehr ähnlich einem normalen Multi mit extra Infos, z.B. Stadtführung) bis hin zu recht komplexen Angelegenheiten, bei denen man, ähnlich einem PC-Adventure, auch verschiedene virtuelle Gegenstände kombinieren, virtuelle Personen befragen und verschiedene Orte aufsuchen muss, um die Geschichte voran zu bringen und letztlich an die Dose zu gelangen.

Inzwischen konnte ich 25 wherigos (allein im Urlaub am Chiemsee konnten wir fünf Stück machen) durchspielen, recht einfach gestaltete wie z.B. Pegnitztal in Nürnberg, aber auch einige komplexe mit vielen pfiffigen Ideen. Meine Favouriten ändern sich hierbei ständig, da regelmäßig neue wherigos mit neuen Ideen auf der Karte auftauchen, einen kleinen Überblick über den momentanen Istzustand meiner Lieblinge möchte ich euch aber dennoch geben:

  • Die bizarren Fälle des R.H. LeNeuf. Fall 1 (D/T: 3/3,5, momentan 60FP bei 139 Funden, GCVote 4,5 bei 31 Stimmen): Über diesen Cache habe ich ja bereits einmal geschrieben. Ein wirklich toll gemachter Nacht-wherigo, der physische Stationen geschickt mit der elektronischen Unterstützung des wherigos kombiniert und so den Cacher einen Kriminalfall lösen lässt. Hier kommt es nicht nur auf Knobelgeschick an, sondern auch auf Geschwindigkeit und Beobachtungsgabe
  • Fangt Charlie F (D/T: 3,5/1,5, momentan 22FP bei 74 Funden, GCVote 4,1 bei 19 Stimmen): Mein erster wherigo mit Zufallskomponente, läuft auf jedem Gerät anders ab. Ältere Smartphones könnten zu Beginn einige Probleme haben, da es hier auf ein schnelles und genaues GPS ankommt, wenn man sicher zum zweiten Teil gelangen möchte. Dort ist dann taktiches Vorgehen gefragt, schließlich möchte man den Schurken ja fassen.
  • Der Faber Clan (D/T: 3,5/2, momentan 74FP bei 134 Funden, GCVote 4,8 bei 32 Stimmen): Auch diesem wherigo von jonny65 habe ich bereits einen eigenen Artikel gewidmet. Die wherigos von jonny kann man alle bedenkenlos empfehlen. Während der wherigo im Irrhain ganz gut als Einstieg für Anfänger taugt, steigert er sich dann über die Uferstadtlegende zum Faber Clan, einer tollen Runde mit allerlei Knobbelei und passenden Geräuschen, sogar auf dem Garmin!
  • Klara Riglin (D/T: 2/3,5, momentan 12FP bei 17 Funden, GCVote 5 bei 5 Stimmen): Morellenfeuers Erstlingswerk hat mich ja bereits beim Betatest begeistert. Zwar verläuft der wherigo recht linear, kann dafür aber mit der Geschichte, dem Final und der vielen Arbeit, die hineingesteckt wurde, punkten. So wurden für alle Charaktäre eigene Fotos angefertigt und viele Stationen mit passenden Geräuschen untermalt, hier sind dann Smartphone und Tablet klar im Vorteil: polyphone Untermalung und größere Fotos.
  • Der Auftrag (D/T: 2,5/2, momentan 56FP bei 94 Funden, GCVote 4,8 bei 16 Stimmen): Toll gemachte Agentenstory in Rosenheim. Location und Geschichte sind perfekt aufeinander abgestimmt und man kann sich richtig hineindenken. Dank wherigo kann man dann auch in solchen Gebäuden problemlos einen Multi unterbringen, schließlich muss man keine laminierten Zettel aus ihren Verstecken ziehen, um die Geschichte weiter zu verfolgen, sondern kriegt das bequem und einigermaßen unauffällig auf dem Display präsentiert. Zum suchen gibts aber dennoch was.
  • 82 Tage später (D/T: 3/1,5, momentan 9FP bei 21 Funden, GCVote 4,8 bei 4 Stimmen): ein recht neuer wherigo in Erlangen mit Zombiesetting. Kurz und knackig führt einen die mit einer kräftigen Prise Humor gewürzte Story auf gut einem Kilometer immer wieder hin und her, bis man alles richtig kombiniert hat und den Zombienagriff aufhalten konnte. Kurzweilig, aber sehr spaßig, gerne mehr davon.

 

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