Risiko auch für Geocacher?

Eins vorweg: ich bin kein Arzt, ich bitte dies im Folgenden zu berücksichtigen. Allerdings bin ich heute zum zweiten Mal über einen Artikel zum Thema Hanta gestolpert und hab mich nun doch mal näher damit auseinander gesetzt. 1995 hab ich zum ersten mal davon gehört. Damals kam Outbreak in die deutschen Kinos. Mein jugendliches Interesse für gefährliche Viren war geweckt und dank Encarta war es auch ohne Internet möglich, nähere Informationen zu diesem Thema einzuholen. Hanta wurde dann in Kombination mit Mäusen und Nordamerika irgendwo in einer hinteren Ecke meines Gehirns abgespeichert.
Dass Hanta auch seit den 80ern in Deutschland vorkommt, war mir bis vor Kurzem allerdings nicht bekannt. Die Fallzahlen für 2012: bisher über 2200 gemeldete Fälle, 2011 waren es 305. Wer jetzt gleich an eine Epidemie denkt, kann beruhigt sein, es kommt alle paar Jahre zu einem starken Anstieg, erkennt man auch in der Tabelle im wiki-Artikel ganz gut.

Nun, 2200 Fälle, das Risiko für den Einzelnen sollte da recht gering ausfallen, da ich Cacher aber schon zur Risikogruppe zähle, bin ich der Ansicht, dass man zumindest auf diese Viruserkrankung hinweisen sollte. FSME und Borrelien sind uns zeckengeplagten Cachern ja ein Begriff. Dass vom Speichel, Urin und Kot so mancher Nager auch eine Gefahr ausgeht, ist dem ein oder anderen aber vielleicht nicht bewusst, wenn er im Wald in diversen Löchern nach der Dose sucht.

Welche Symptome hat die Krankheit?

Die Virusinfektion verläuft häufig unbemerkt, das heißt der Verlauf ist asymptomatisch oder so leicht, dass die Infektion dem Betroffenen gar nicht auffällt. Symptomatische Erkrankungen werden unter dem Begriff „Hämorrhagisches Fieber mit renalem Syndrom“ (HFRS) zusammengefasst, wobei der Schweregrad des Verlaufs vom Typ des Hantavirus abhängt.
Die Krankheit durch die in Mitteleuropa vorkommenden Hantavirus-Typen verläuft zunächst grippeähnlich, mit über drei bis vier Tage anhaltendem hohen Fieber (über 38 Grad Celsius) sowie Kopf-, Bauch- und Rückenschmerzen. In einer darauf folgenden Krankheitsphase können Blutdruckabfall und schließlich Nierenfunktionsstörungen bis zum akuten Nierenversagen auftreten.
Die in Mitteleuropa vorkommenden Hantavirus-Typen führen nur selten zu Erkrankungsbildern mit Beteiligung der Lungen oder deutlich sichtbaren, äußeren Blutungen.
Bei Verdacht auf eine Infektion wenden Sie sich an einen Arzt oder das Gesundheitsamt.

Quelle: Robert Koch Institut

Der Virus tritt nicht überall in Deutschland auf. Betroffen sind vor allem Baden-Württemberg, das westliche Unterfranken und Hessen. Eine Karte mit den Verbreitungsgebieten findet man ebenfalls beim Robert Koch Institut. Macht euch also nicht verrückt, die Wahrscheinlichkeit ist gering, allerdings hilft es dem Mediziner vielleicht bei der Diagnose der nächsten „Grippe“, wenn man ihm sagt, dass man kurz zuvor auf der Schwäbischen Alb den Wald umgegraben hat.

Weitere Infos:

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