Cachen mit dem Autonavi

Das Auto ist eines der wenigen Dinge, bei denen ich mich auch mal näher mit der Bedienungsanleitung auseinandersetze, was hauptsächlich damit zusammenhängt, dass die Hersteller sich für viele Funktionen doch recht seltsame Abkürzungen einfallen lassen. Beispiel gefällig? Im Bordcomputer unseres neuen Autos kann man die Option „Reisemodus“ aktivieren. Klingt ein bisschen nach Star Trek. Gemeint ist damit allerdings, dass die automatische Leuchtweitenregulierung für Linksverkehr angepasst wird.
Jedenfalls bin ich beim Durchblättern der Anleitung für das Navi – es handelt sich um ein „Columbus“, bei VW auch als RNS 510 bekannt“ – auf die Möglickeit, persönliche POI auf das Gerät zu übertragen. POI steht für „point of interest„. Das kann alles mögliche sein: Tankstellen, Geldautomaten, Parkplätze etc. Warum nicht auch Geocaches? Ein Tradi ist im Prinzip ja nichts anderes, Name und Koordinaten, mehr braucht man ja zunächst nicht. Füttert man Google etwas, gelangt man zunächst zu diversen Seiten, die sich mit POI und Radarwarnern beschäftigen. Letztlich bin ich dann auf einen Thread in einem Forum gestoßen, der sich damit beschäftigt. Nach etwas suchen und querlesen stellte sich schnell heraus, dass es zwei Möglichkeiten gibt:

  1. gpx2vcf: Ein Tool, welches eine gpx-Datei in eine vcf-Datei konvertiert. vcf-Dateien sind ja eigentlich Visitenkarten, somit kann man sich im Navi eine Art Adressbuch anlegen. Nachteil: Die Caches werden nicht auf der Karte angezeigt, man muss aus der alphabetisch sortierten Liste das Ziel wählen und wird dann dort hin geroutet.
  2. Die zweite Variante klang zunächst vielversprechender: POInspect0r, das Tool wandelt asc-Dateien (das ist das TomTom Format für POI) in ein VW kompatibles Format. Diese werden dann ganz normal auf der Karte eingeblendet. Der Weg dorthin hat sich zunächst recht aufwendig gelesen. Image der Navidaten erstellen (woher nehmen, unsere liegen auf der verbauten Festplatte), verschiedene Verzeichnisse erstellen, Dateien editieren usw. Wenig praktikabel, um regelmäßig die Cacheliste zu aktualisieren.

Glücklicherweise geht das mit der neusten Programmversion bedeutend einfacher! Was braucht ihr?

Packt die PQ in gsak und lasst das Macro laufen.

Das Macro schreibt euch jetzt für jeden Cachetyp eine asc-Datei in das gewünschte Verzeichnis:

Nun kann man den inspect0r starten.

Mit einem Klick auf „new“ legt man eine neue Datenbank an, die man problemlos mit den zuvor erstellten POI füttern kann. Mit einem Rechtsklick im linken Fenster kann man neue Kategorieren erstellen, diese editieren (Name ändern, Icon ändern) und auch die jeweiligen POI importieren. In der Freewareversion besteht ein Limit von 20 POI und die Icons muss man alle einzeln importieren. Des Weiteren wird man, ähnlich wie bei GSAK, immer wieder von Wartebildschirmen unterbrochen, die Zwangspause verlängert sich mit jeder Aktion. Will man dies umgehen, muss man mindestens 9€ an den Programmierer „spenden“.
Ist man soweit fertig, kann man die Datenbank auf eine SD-Karte exportieren und diese zum Auto bringen. Dort angekommen kann man über Setup/Navigation/Meine Sonderziele die Datei importieren und über die Karte dann ganz normal als Sonderziel aktivieren. Wenn alles geklappt hat, sieht es so aus:

Hier als Beispiel mal ein paar Munzees in Nürnberg, kann man ja mal kurz anhalten, wenn man dran vorbei kommt. ;)
Was bringt einem das nun alles werden sich sicher so einige fragen. Nun, für das normale Cachen seh ich da auch wenig Sinn, z.B. lassen sich die wenigsten Multis mit dem Auto abfahren und den angegebenen Parkplatz findet man im Normalfall ja auch so. „Caches along a route“ bekommt aber so eine neue Bedeutung. Ich möchte das ganze mit den heißgeliebten Raststättendosen auf unserer Fahrt nach Hamburg testen. Um die Bundesländerstatistik etwas aufzuhübschen, hab ich mir die entsprechenden Dosen schon mal rausgesucht. Bisher lief das so: Rastplatzschild, GPS suchen, rumscrollen und zoomen (in welcher Fahrtrichtung liegt die Dose denn eigentlich?), rausfahren. Nun kann man für den Überblick mal gemütlich das Navi missbrauchen. Eventuell eignet es sich auch für die ein oder andere Gelegenheitsdose/Gelegenheitsmunzee, wenn man einfach nur unterwegs ist und zufällig dran vorbei kommt. Ob man es braucht, muss jeder für sich selbst entscheiden.

4 thoughts on “Cachen mit dem Autonavi

  1. Hallo Tobit,
    leider funktioniert das bei mir nicht ganz. Mein Columbus (Skoda Octavia) läßt mich leider nichts von der SD-Karte laden. Muss man da erst ein anders Firmware laden?

    Gruß

    Axel

  2. Oh, da benutzt jemand mein Makro. :-)
    Ich arbeite gerade an einer neuen Version, die deutlich schneller arbeitet. Der Export von >200k Caches aus GSAK dauert damit dann nur noch 30 sek statt 30 min.

    Gruß
    bare242

  3. Hey Tobias,
    ich glaube, ich kenne da einen der sowas schon lange sucht :) werd das mal weiterleiten.
    man sieht sich ;D

    Grüße
    Marcel

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