Die Last mit den Coins

Die meisten von euch haben sicher einen oder mehrere Coins bzw. Travelbugs. Die schönsten und teuersten werden daheim gehortet und nur auf Events vorgezeigt. Doch hin und wieder möchte man natürlich auch einen reisen lassen, dafür sind sie ja eigentlich gedacht gewesen. Das Problem an der Sache ist, und das hat wohl auch schon fast jeden ein mal getroffen, die guten Stücke verschwinden hin und wieder. Gemuggelte Dosen, abgestürzte Dosen, geklaut, vergessen auszuloggen und keine Ahnung mehr wo er wieder rein kam, verloren oder das Cachen eingestellt und behalten.

Für den Owner, der natürlich gerne hätte, dass die Münze ein paar Kilometer auf die Uhr bekommt und vielleicht noch das ein oder andere Foto dazu, ist das Ganze mehr als ärgerlich, vor allem wenn man sich noch Mühe mit einem Anhängsel oder einer tollen Mission (die werden ja eh ignoriert) gegeben hat. Aus aktuellem Anlass folgen nun vier unterschiedliche Erlebnisse, die ich mit meinen Reisenden bisher hatte.

Den Anfang macht mein Marienkäfer.

Er wurde Dezember 2009 als Startbefüllung in unseren QtA-Multi Fachwerk-Frohsinn-Frankenwein abgelegt. Damit er dort nicht so alleine war, bekam er noch einen, inzwischen wohl verschollenen, Waschbären an seine Seite. Ende Dezember nahm Team Bovist ihn dann ansich und brachte ihn z.B. in die Röhn und, nach zwei Monaten, auf ein Event, wo er von Orientexpress übernommen wurde. Nach nur zwei Wochen (im Nachhinein ist das für den kleinen wirklich schnell) ging es zum ersten Immer wieder mittwochs Stammtisch nach Nürnberg, wo ich den kleinen schon wieder an mich hätte nehmen können, denn ich war dort auch anwesend. Von dort ging es zu Ostfrieslands höchsten Cache. Hier wurde ich dann etwas stutzig, immerhin war es ein Micro, da passt der arme Käfer doch nie rein. Nach einigen Mails wurde klar, dass der Coin am Cache übergeben wurde und schon beim nächsten Cacher war, dieser sich aber nicht die Mühe gemacht hatte, den Coin auszuloggen. Nach zwei Monaten Stillstand, einer Mail an den derzeitigen Besitzer und eine an den Vorbesitzer, konnte die etwas demotivierte Cacherin dazu bewegt werden, den Coin wieder zu einem Event zu bringen. Von da an ging es dann beinahe im Wochentakt durch NRW, wo er dann Ende Oktober in einem Wandercache seine Winterruhe abhalten durfte. Seit Januar ist er nun wieder unterwegs, NRW, Berlin, Niedersachsen. Bis auf eine kleine Pause in einem Mystery kommt mein Käfer, nach anfänglichen Startschwierigkeiten, doch gut rum und hat gute 2000km auf der Uhr. Hoffentlich bleibt das auch so, wäre schade um den kleinen Kerl.

Mein zweites Sorgenkind: Bobby, der Objektivschlitten

Bobby besteht eigentlich aus einem schnöden Travelbug mit stylischer Hülle und einem Filmkern (in Kinokreisen Bobby genannt) an seiner Kette. Am Bug selbst habe ich noch einen Filmschnipsel aus 7 Zwerge verklemmt (wobei der wohl weg sein wird). Auf die Reise ging er im Juni 2010 im Eventcache Zuckerflucht. Von dort ging es recht unspektakulär nach Schweinfurt (dort gabs auch das einzige Foto gemäß seiner Mission) und dann über Thüringen ins Nirvana. Gut, eigentlich Frankreich. Von hier an wirds etwas undurchsichtig, was nicht nur an der Sprache liegt. greg62 nahm den Coin drei Tage bevor er dort eingelogt wurde aus dem Cache, um ihn dann 9 Tage später selbst zu discovern. Nun, ich war verwirrt. Bei 130 Funden und 11 gelegten war ich der Ansicht, dass der Gute schon wissen sollte, wie man mit Coins umgeht, also gab ich ihm etwas Zeit. Nach 2,5 Monaten hab ich dann doch mal nachgefragt. Eine befreundete Französischlehrerin hatte die ehrenvolle Aufgabe, den ihr unbekannten Cacherslang ins Französische zu übersetzen und von greg eine Antwort zu bekommen. Eigentlich wollte ich ja nur wissen, ob er den Bug überhaupt noch hat oder schon wieder in einen Cache gesteckt hat. Die Antwort half nicht so wirklich weiter. Mal abgesehen vom bescheidenen Französisch – der Meinung war zumindest die Lehrerin – konnte man nur in Erfahrung bringen, dass er den Coin im Cache gesehen hatte. Ob er ihn selbst hat oder hatte? Keiner wusste es. Also noch mal nachgefragt. Nächstes Wochenende legt er ihn wieder ab. Das war Ende Oktober 2010! Eigentlich hatte ich den Coin ja schon abgeschrieben, aber manchmal geschehen noch Zeichen und Wunder. Vor einer Woche tauchte mein Bobby auf einem Event in Belgien auf, greg hatte ihn dorthin gebracht. Ich muss sagen, ich war baff. Seitdem wurde er 22 mal discovert und ein Belgier hat sich seiner angenommen. Ein kurzer Mailkontakt war schon sehr positiv und ich bin gespannt, wo die Reise hingehen wird und ob er endlich mal ein paar Kinos besucht!

Fast am Ziel und doch gescheitert: Sputnikschock.

Gestartet in Zeil mit dem Ziel, das Kosmodrom, die Startrampe des Sputniks, in Kasachstan zu besuchen. Über Niedersachen und NRW ging es dann nach … Lettland! Schon mal ein gutes Stück geschafft, die Hoffnung, dass der Coin seine Mission erfüllen könnte, stieg. Der letzte Eintrag datiert auf den 4.6.10: khorporative will 2011 nach China und auf dem Heimweg Kasachstan besuchen. Klang nach Jackpot für mich. Ich gab ihm also etwas Zeit in der Hoffnung, dass das auch wirklich klappen würde, immerhin gibts im Kosmodrom ja sogar einen Cache. Heute hab ich dann mal nachgefragt. Mit Kasachstan wurde es wohl nichts, er versucht ihn so schnell wie möglich wieder in Umlauf zu bringen.

Der verlorene Sohn? Club Geocoin 2010.

Anlässlich meines 300. Fundes wurde der Coin im Mai 2010 im hochgelobten Biohazard abgelegt. Einer der Regensburger, die wir unterwegs trafen, erwähnte, dass er einige Tage später in die USA fliegen wolle und so nahm er den Coin gleich mit. Einen Monat und 7000km später kam der Coin in Florida an. Mit längeren und kürzeren Pausen ist er dann etwas in Florida umher gewandert und gestern kam dann die schlechte Nachricht: der Cacheowner hat ihn als vermisst gemeldet. Ich hab nun mal alle Cachebesucher, die zwischenzeitlich geloggt haben, angeschrieben, große Chancen rechne ich mir allerdings nicht aus. Schade.

Alles in allem ist das eine zweischneidige Sache mit den Reisenden. Einerseits freut man sich, wenn man einen schönen Coin in einem Cache findet und diese zu einem anderen mitnehmen kann, auf der anderen Seite ärgert man sich natürlich als Besitzer, wenn sie verschwinden oder monatelang bei einem Cacher in der Schublade liegen. Zu seltene oder besondere Coins kann man eh nicht wegschicken, die Chance, dass sie verschwinden ist einfach zu groß.

Einige Coins, die ich sicher nie wegschicken werde, sondern nur auf Events herumzeige:

Und selbst dort kommen Coins abhanden. Mein Gecko fand während eines Events den Weg aus den Händen eines unvorsichtigen Cachers direkt zu den Ritzen des Holzbodens der Waldhütte. Weg war er. Glück im Unglück: der Boden wurde einige Tage später für Reinigungsarbeiten entfernt und da tauchte im Kehricht auch der Coin wieder auf.

One thought on “Die Last mit den Coins

  1. Ja, ich sehe das ganze ähnlich wie du. Allerdings habe ich bislang noch keinen TB auf Reisen geschickt, sondern sie liegen alle noch warm, trocken und sicher bei mir.
    Als Cacher bin ich immer froh, wenn ein Coin/TB direkt die Mission auf einem angehängten Zettel stehen hat, damit ich weiß, ob ich ihn mitnehmen sollte oder nicht. Wenn ich zuhaus erst lese, dass die Mission in eine völlig andere Richtung läuft als mein Weg, bin ich immer ein wenig gefrustet… und manchmal ärgere ich mich auch über mich selbst, wenn ich einen Coin mitnehme und dann erstmal ein paar Tage in meiner Napoleon-Tasche vergesse… Grml, das tut mir dann immer sehr Leid für die Owner, aber dann ist er immerhin nicht weg. Und meist wird er danach auch mind 200 km zurücklegen, da ich als Student oft zwischen Bremerhaven und Lübeck pendle :)

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