EC-Tour 2011 #2: Flüsse aus Stein und weißes Gold

Was macht man als Nicht-Vater an Christi Himmelfahrt, wenn man nicht mit dem Bollerwagen und entsprechend Promill durch die Gegend ziehen möchte? Richtig. Eine Cachetour. Nachdem wir das Altmühltal schon zwei mal bereist hatten (2010 & 2011), sollte es für alulein und mich diesmal in die Oberpfalz gehen und bei der Gelegenheit auch ein mal kurz über die Grenze in die Tschechische Republik, man braucht ja auch mal eine Dose im Ausland für die Statistik. ;)

Unser erster Halt war ein kleiner Aufschluss in Grafenwöhr, leider nicht sonderlich spektakulär, aber wir sind ja auch durchs Altmühltal mehr als verwöhnt was schöne Earthcaches betrifft. Beim zweiten Stop sah es dann aber gleich ganz anders aus, denn nun stand ein alter Vulkan auf dem Plan. Genauer gesagt der hohe Parkstein. Eine kleine Bergkapelle tront auf den Basaltsäulen. Ein wirklich imposanter Anblick! Weiter gings Richtung Tirschenreuth, doch nach der Abfahrt von der Autobahn fiel mir das Schild „GEO-Zentrum Tiefenbohrung“ ins Auge. Kurz gestutzt und rechts ran gefahren. Das Listing hatte ich mir doch angesehen, wieso ist das nicht bei der geplanten Tour dabei? Egal. Bei 4km Luftlinie war es kein großer Umweg und so kamen wir am GEO-Zentrum und am Earthcache 9101m, so tief wurde hier nämlich gebort, an und bestaunten den doch recht großen Bohrturm. Näheres über das kontinentale Tiefbohrprogramm der Bundesrepublik Deutschland findet man in der wikipedia.
Dritter Earthcache dieser Tour war eine Kaolingrube in der Nähe von Tirschenreuth. Als weißes Gold wird dieses Mineral bezeichnet, welches z.B. bei der Porzellanherstellung Verwendung findet. Wie von Schnee bedeckt lag die Grube vor uns. Da dort immer noch Tagebau betrieben wird, ist das Betreten leider nicht gestattet. Nach einer kurzen Stärkung beim goldenen M ging es nun Richtung Bärnau und somit auch zur Landesgrenze. Sowohl Garmin als auch das Navi des A3 waren genau ab Grenze (wofür den Überlappungszonen?) weiß, beim Garmin hatte ich immerhin vorgesorgt und eine entsprechende OSM-Karte aufgespielt, an die Osteuropa DVD im Handschuhfach fürs Navi haben wir erst auf der Heimfahrt gedacht. War aber auch nicht weiter tragisch. Der angepeilte Micro lag kurz hinter der Grenze und der Name (Paulusbrunnen) ließ einen Brunnen erwarten, auch wenn die Fotos im Listing eher nach Friedhof aussahen. Nun, es war dann auch ein kleiner, etwas abgelegener Friedhof und als wir uns näherten, stieg die Befürchtung, dass der Cache auch genau dort liegen könnte. Tat er aber Gott sei Dank nicht. Wir trafen auf eine handwerklich sauber gebastelte Tarnung für die Filmdose und ließen es uns im Anschluss nicht nehmen, auch kurz den Friedhof zu betreten, der laut Infotafel erst renoviert wurde. Auffällig war, dass die Grabsteine alle auf Deutsch beschriftet waren, aber gut, zu dieser Zeit (1890-1920) verliefen die Grenzen in Europa noch anders. Auf dem Rückweg stand kurz nach der Grenze eigentlich ein schneller Drivein auf dem Plan. Die Lindenallee Steinberg. Aus der angepeilten, kurzen Dosensuche wurde dann allerdings doch ein etwas längerer Aufenthalt, die Allee war wirklich beeindruckend und so konnte ich es mir nicht verkneifen, einige Fotos zu schießen. Weiter ging es zur Burgruine nach Flossenbürg. Dort gibt es um die Burg einen kleinen Geologiepfad zum Thema Granit und am Ende wird man mit einem wirklichen tollen Steinbruch belohnt. Im Ort selbst erspähten wir ein Hinweissschild, welches uns darüber aufklärte, dass wir uns ganz nah am Mittelpunkt Mitteleuropas befinden. Die Vermutung, dass dort auch ein Cache liegen könnte, erwies sich natürlich als richtig und so nahmen wir nochmals einen kleinen Umweg in Kauf, um auch diesen Ort kurz zu besuchen. Der nun folgende Earthcache war wohl das Highlight dieser Tour. Der Weg zum Fluss aus Granit war zwar etwas abenteuerlich, aber nachdem wir erstmal einen Parkplatz hatten und den kurzen Spaziergang absolviert hatten, trafen wir, ähnlich wie beim Felsenmeer, auf eine Schneise aus abgerundeten Granitfelsen mitten im Wald. Das Plättschern des Baches in Kombination mit dem Moos auf den Felsen, gab diesem Ort etwas idyllisches.
Unseren vorletzten Halt legten wir in Kleinschönbrunn ein. Die Geotour Vils ist eine frischrenovierte Quelleinfassung mitten im Ort. Für die Kinder gibt es einen kleinen Spielplatz mit Handpumpe, für die Erwachsenen einen Kneippbereich und etwas Kunst. Abschluss der Oberpfalztour waren die Kaolingruben in Hirschau. Hatten wir mit dem weißen Gold ja bereits ein entsprechendes Abbaugebiet gesehen, übertraf dieses riesige Loch doch alles, was wir erwartet hatten. Seit über 100 Jahren wird dort im größten Kaolinabbaugebiet Deutschlands gegraben  und gesprengt. Was übrig bleibt, wird unweit der Grube zu einem riesigen Hügel aufgeschüttet (Monte Kaolino) und zum Sommer-Skifahren missbraucht.
Auf der Heimfahrt wurden noch zwei Tradis eingesammelt und dann gings über die Autobahn auch wieder zurück nach Fürth. Alles in allem auch diesmal wieder eine schöne und abwechslungsreiche Tour, für die Statistik gbas drei neue Landkreise, ein neues Lad und den 50. Earthcache und fürs Auge gabs ein paar Schönheiten von Mutter Natur zu sehen.

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