Cachen auf Mallorca – persönliche Highlights

Zum Thema „Cachen auf Mallorca“ fällt den meisten wohl zunächst mal die Zona M Reihe ein, die unterschiedlichsten Dosen auf ehemaligem Militärgelände. Ja, wir haben davon auch einige gemacht und ja, sie sind zu empfehlen. Da über Zona M aber schon so einiges geschrieben worden ist, werde ich die Dosen nur so am Rande erwähnen, denn die Insel hat noch einiges mehr zu bieten.

In diesem Artikel werde ich einige Caches empfehlen, die uns besonders gut gefallen haben, ein zweiter Artikel beschäftigt sich dann mit den LP-Dosen und ein dritter, was man sonst noch so auf der Insel machen kann.

Mallorca, die größte Baleareninsel, liegt gute 2h Flug von Deutschland entfernt im Mittelmeer. Die relative Nähe zur Heimat und das – außer im Hochsommer – angenehmere Klima führten dazu, dass die Insel gerne als 17. Bundesland bezeichnet wird, der Anteil deutscher Touristen ist wirklich immens. Das bringt natürlich Vor- und Nachteile mit sich. Während es durchaus praktisch ist, dass ein Großteil der Listings auch auf deutsch zur Verfügung steht und man allerlei Situationen mit Hilfe der eigenen Muttersprache lösen kann, stört sich so mancher doch daran, wenn um ihn herum im Urlaub überall deutsch gesprochen wird und man ständig ein Schnitzel präsentiert bekommt. Man kann den Urlaub aber trotzdem genießen und allerlei schöne Ecken auf der Insel entdecken. Wir haben in 12 Tagen über 1200km auf den Mietwagen gefahren und dennoch nicht alles gesehen, was uns interessiert hat.

Beginnen möchte ich mit der Serie Aprende, busca y encuentra auf der Halbinsel Punta de N’Amer in der Nähe von Cala Millor. Sicher, die Caches sind nichts besonderes. Jeder der 10 Multis besteht aus einer leicht zu beantwortenden QtA-Stage an einem Infoschild und einem oft selbstgebastelten Finalversteck.

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Geht man die Runde der Reihe nach ab, kommt man in den Genuss eines schönen Spaziergangs durch das Naturschutzgebiet. Etwas Beifang in Form dreier Earthcaches, eines Multis am alten Wehrturm und einigen Tradis ist auch noch drin.

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Der alte Wehrturm

Besonders hervorheben möchte ich hier den Tradi Cova de ses Crestes, der einen zu einer Höhle direkt an der Küste bringt.

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Blick aus der Höhle

Etwas weiter im Norden findet man einen der für uns besten Caches: der Tradi Coves Petites bringt einen, ganz in der Nähe der berühmteren Cuevas de Arta, zu einer kleinen, aber wirklich tollen Tropfsteinhöhle, die man ohne Eintritt und ohne Menschenmassen besichtigen kann. Stativ nicht vergessen, hier kann man ungestört in aller Ruhe fotografieren.

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Tropfsteine in der kleinen Höhle

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Nicht weit von hier befindet sich der relativ bekannte Strand Cala Agulla und ein gleichnamiger Tradi. Dieser liegt an der kleinen, benachbarten Bucht Cala Moltó, bei schönem Wetter ein typischer Urlaubsanblick, wir hatten sogar noch das Glück, dass gerade zwei Segelboote dort vor Anker lagen.

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Postkartenbucht mit Segelbooten

Wer motiviert ist, gute Schuhe an hat, mit ausreichend Wasser ausgerüstet ist und auch nicht vor ein paar Höhenmetern zurückschreckt, kann den Tradi gut mit dem Multi In the shadow of the talayot verbinden. T3 finde ich hier etwas untertrieben, nach der letzten Stage schraubt sich der Weg schon recht ordentlich in die Höhe, der Pfad ist auch recht „felsig“ man muss schon aufpassen, wo man hintritt. Knappe 200 Höhenmeter gilt es hier auf 900m Luftlinie zu überwinden, leider fallen die Höhenmeter größtenteils auf die erste Hälfte der Strecke. Uns hat das etwas unvorbereitet getroffen, wenn man das aber im Vorfeld weiß und entsprechend Zeit mitbringt, ist das alles kein Thema. Wir hatten am Ende allerdings etwas Sorge, ob wir vor Sonnenuntergang ins Tal zurückkommen und waren am Aussichtspunkt dementsprechend in Eile.
Der Blick von oben ist aber wirklich traumhaft, hier haben wir die beiden Boote von oben entdecken können.

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Die Bucht von oben

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Am Aussichtspunkt

Ein weiterer toller Aussichtspunkt befindet sich auf dem Weg zum Cap Formentor. Am ersten, meist überlaufenen, Aussichtspunkt biegt man rechts auf die kleine Straße ab. Keine Sorge, das fährt sich angenehmer als man von unten glauben mag. Oben angekommen findet man erneut einen alten Turm und den Tradi Mallorcas Best View.

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Der Turm

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Blick zum anderen Aussichtspunkt

Ob man die Strecke weiter zum Cap fährt, muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich persönlich kann nicht so ganz nachvollziehen, weshalb die Inselspitze in den Reiseführern gelobt wird. Die Straße geht ja noch (eng, kurvig aber machbar), das Ende hat es dann aber in sich. So gut wie keine Parkplätze und kaum Wendemöglichkeiten. Wir waren noch zu Beginn der Hauptsaison dort und es war schon hoffnungslos überfüllt, möchte nicht wissen, wie es dort zu Spitzenzeiten aussieht.

Zurück zu den Dosen. Für Naturliebhaber ein absolutes Muss: das Naturschutzgebiet S’Albufera zwischen Can Picafort und Port d’Alcúdia. Ein riesiges Feuchtgebiet mit unzähligen Vögeln und viel Grün. Hier gibt es auch Vogelbeobachtungsboxen, in denen man gemütlich sitzen und sich die Tiere anschauen kann, die einen gar nicht wahrnehmen.

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Uns hat es letztlich dann so gut dort gefallen, dass wir unser Tagesprogramm über den Haufen werfen mussten, weil wir lieber Vögel, Frösche und Libellen beobachtet haben.
An unserem Lost Place Tag kamen wir auch an einem sehenswerten Earthcache vorbei. Ganz unscheinbar, zwischen Wohngebiet und Küste, und erst im letzten Moment sichtbar: das Felsenfenster.

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Natürlich waren wir auch in der Inselhauptstadt Palma zu Besuch. Mir selbst hat die Stadt zunächst nicht so gut gefallen. Das interessante Viertel rund um die Kathedrale war selbst Ende April überlaufen und verstopft, dieser Eindruck wurde durch die dortigen engen Gassen nochmals verstärkt. Ich wurde also nicht so recht warm mit der Stadt, das hat sich erst geändert, als wir zum Abschluss noch den Multi Palma Modernista gesucht haben. Modernisme ist eine kulturelle Strömung des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts ähnlich des Jugendstils bei uns. Der Cache führt einen zu neun Häusern, die in diesem Stil gebaut wurden und wirklich beeindruckend sind. Ohne den Multi hätten wir einen Großteil der Gebäude sicher nicht gesehen.

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Die kleine Tour zum Abschluss hat meine Meinung zu Palma jedenfalls deutlich verbessert. Das sind also nun zunächst mal meine persönlichen Empfehlungen für Mallorca, abseits der zahlreichen LPs der Insel.

2 thoughts on “Cachen auf Mallorca – persönliche Highlights

  1. Wir waren auch mitte Mai auf der Insel zum Wandern und unser persönliches Highlight war die „Torrent de Parreis“. Eine gigantische Schlucht mit dazugehörender Multi.
    leider konnten wir in 8 Tagen nur etwas der Gebirgslandschaft erkunden den es gibt einfach zu viel zu sehen.
    Schöner beitrag mit klasse Bilder..

    MIAU_90

    • Ja, die Schlucht ist mir bei den Vorbereitungen auch über den Weg gelaufen. Leider eine Nummer zu heftig für uns.
      Während unseres Aufenthaltes mussten sie auch einen achtjährigen Jungen mit dem Hubschrauber dort rausholen.

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