Ausflugstipp: Nördlinger Ries

Vor einigen Monaten wurde ich durch einen Bericht in einem Magazin auf die Kreisstadt Nördlingen aufmerksam. Das Ries und die Geschichte vom Meteoriteneinschlag war mir zwar bekannt, die auf dem abgedruckten Luftbild aber gut erkennbare, komplett erhaltene und durchgehend begehbare Stadtmauer aber nicht. Ein kurzer Blick auf die Homepage der Stadt festigte meinen Entschluss dann: dort gibt es so einiges zu entdecken, die Fahrt von Fürth ist auch nicht so weit, warum also nicht ein Wochenende dort verbringen?

Ich entschied mich für das „Romantische Wochenende“ in Nördlingen:

  • 1x/2x Übernachtungen im Doppelzimmer
  • Zimmer mit Dusche / WC in der gebuchten Kategorie
  • 1x/2x Rieser Frühstücksbuffet
  • Einstündige Stadtführung durch die historische Altstadt von Nördlingen
  • 1x romantisches Abendessen, 3-Gänge Menü in einer Nördlinger Gaststube
  • 1x TouristCard Nördlingen (freier Eintritt ins Hallenbad, Freibad, Turmbesteigung Daniel, Rieskratermuseum ganzjährig; Stadtmauermuseum, Stadtmuseum sowie Rieser Bauernmuseum in Maihingen )
  • 1x abendlicher, romantischer Rundgang

Nun wollten wir neben der Kultur natürlich auch etwas cachen und so fiel der nächste Blick auf die Geocaching-Karte. Während Nördlingen recht sparsam bedost ist (und nur einen Munzee weit und breit hat), hat die Gegend selbst doch einiges zu bieten, auf Grund der geologischen Besonderheiten vor Ort natürlich auch den ein oder anderen Earthcache. Also wurde eine entsprechende PQ angelegt und die Caches mal nach GC-Vote-Wertung und Favpoints sortiert, danach die Listings studiert und die fertige Auswahl ausgedruckt. Des Weiteren nutzte ich seit langem mal wieder das „Caches along a Route“ Feature, um einige Tradis auf dem Weg einzusammeln. Diese wurden dann gleich aufs Autonavi und so nahmen wir auf der Hin- und Rückfahrt jeweils einen Tradi mit, die uns sonst wohl entgangen wären. Die Dosen selbst waren zwar nichts besonderes, die Orte an denen sie liegen aber durchaus. Babaorum liegt auf den Resten eines alten Römerlagers, vor Ort gibt es Infotafeln, die einem mehr verraten. Der zweite, Römerkreuzung, liegt an einem Limesdurchgang. Beides Plätze, an denen man ohne Cache wohl einfach vorbeigefahren wäre.

Der erste geplante Stopp musste dann auf Grund einer ungünstigen Abbiegesituation auf der Bundesstraße nach hinten verlegt werden und wir begaben uns zunächst zur Riesseekalke Hainsfarth. Ein Überbleibsel des Kratersees in der Nähe des Sportplatzes. Danach ging es zurück zum Steinbruch Aumühle, als Rechtsabbieger war es bedeutend einfacher die Straße zum Steinbruch zu erwischen. Hier lässt sich dann gut das Chaos begutachten, welches durch den Einschlag entstanden ist: durcheinander gewürfelte Gesteinsschichten und geschmolzenes Gesteinsmaterial.

Nun aber erstmal nach Nördlingen, im Hotel das Gepäck ausladen und die weitere Tagesplanung überdenken. Die Rose war gut in Schuss, leider etwas dunkel im Treppenhaus und Flur. Da das Wetter am Samstag bedeutend besser als am Sonntag sein sollte, entschieden wir uns, die Museen am nächsten Tag zu besuchen und das schöne Wetter zum Cachen zu nutzen. Bevor es wieder zum Auto ging, wollte ich den Sonnenschein aber noch nutzen und die Aussicht vom Daniel, dem 90m hohen Kirchturm, über Nördlingen und das Ries genießen.

Dank TouristCard durfte ich diese Höhe auch völlig gratis erklimmen. Nach einer kurzen Stärkung ging es dann mal eben über die Landesgrenze nach Baden-Württemberg, Ziel war der Ipf. Auf dem Ipf hatten sich vor vielen, vielen Jahren mal die Kelten breit gemacht und diese Thematik wurde natürlich auch gleich „vercacht“. Der Keltenpfad führt als Multi entlang des Ipfs mal bergauf, mal bergab über schmale Trampelpfade am Hang entlang oder auch über breite gekieste Wege bis hinauf zum Gipfel. Der Weg ist nicht immer ganz einfach. Während die Schwierigkeit beim Pfad zu Stage 1 darin bestand, ihn überhaupt zu finden, ging der Abstieg von Stage 1 zu Stage zwei auf dem schmalen, rutschigen Trampelpfad – ebenso wie der Abstieg vom Gipfel – ganz schön in die Knochen. Das, bei Windstille recht drückende, Wetter tat sein übriges. Auf dem Weg zum Gipfel kann man auch noch bequem den Earthcache „Der Ipf – ein typischer Zeugenberg“ loggen, der an den Koordinaten befindliche Infopavillion hält allerlei Infos über die Gegend bereit. Zurück zum Multi: die größte Schwierigkeit ist hier sicher der Weg, der Anstieg vom Pavillion zum Gipfel hat es noch mal insich und zieht sich auch ganz schön, dafür läuft man durch eine alte Allee, die einem Schatten spendet. Die Stages und dazu gehörigen Infos sind schnell gefunden, hier ist der Weg das Ziel und es gibt sowohl etwas für die Augen als auch fürs Gehirn. Überall findet man Infotafeln zu den Kelten oder zur Landschaft und Natur. Ist man oben angekommen, kann man den Ausblick genießen und nach erfolgter Rechnung sich an den Abstieg und auf den Weg zum Final machen. Die Finallocation trübt den Cachegenuss dann allerdings, auf allen vieren durch die Dornenhecke zu kriechen macht zumindest mir keinen Spaß. Da wir nun doch länger als erwartet unterwegs waren, musste der weitere Tagesablauf doch etwas geändert werden. Der angedachte wherigo wurde erstmal auf Eis gelegt und wir widmeten uns abschließend noch einem weiteren Earthcache: den Ofnethöhlen.
Zurück nach Nördlingen, denn unser gebuchtes Abendessen stand an. Im Gasthof zum Engel erwartete uns ein wirklich vorzügliches 3-Gänge Menü. Im Anschluss ging es zum abendlichen, romantischen Rundgang, der sich als normale Stadtführung erwies. Es war zwar dennoch interessant und der Führer wusste allerlei zu erzählen, wofür wir die Gutscheine für die Stadtführung am nächsten Tag aber noch hatten, war uns nicht so ganz klar. Nach einer guten Stunde streiften wir noch auf eigene Faust durch Nördlingen und versuchten uns an zwei der Stadttorcaches, bei denen wir allerdings kein Glück hatten.

Der Sonntag brach an und wir hatten mit unserer Planung scheinbar alles richtig gemacht: der graue Himmel verhieß nichts gutes! So begann es auch zu regnen, was für unseren ersten Punkt der Tagesordnung allerdings kein Problem darstellen sollte.  Die Nördlinger Stadtmauer verfügt über einen fast durchgehend überdachten Wehrgang und so war es uns trockenen Fußes möglich, den dazugehörigen Cache anzugehen. Leider konnten wir unsere Suche nicht erfolgreich zu Ende bringen, unsere errechneten Koordinaten ergaben für uns kein sinnvolles Ziel. Auch der auf dem Weg zum Mittagessen noch abgesetzte Hilferuf an den Owner blieb bis heute unbeantwortet. Die Cacheowner in Nördlingen scheinen eh nicht die aktivsten zu sein. Wartungsaufrufe und seitenweise DNF führen zu keiner Reaktion. Wenn man sich dann mal die übrigen Caches der Owner so ansieht, fallen einem viele Zwangsarchivierungen auf.
Am restlichen Sonntag nutzten wir unsere TouristCard noch mal voll aus: wir besuchten das Stadtmauermuseum im Löpsinger Tor (übrigens der einzige Stadttorcache den wir finden konnten), das Ries Museum mit dem Stück Mondgestein und zum Abschluss auch das Stadtmuseum und das alles, ohne nochmals extra Eintritt zahlen zu müssen.

Der Ausflug nach Nördlingen hat sich also defintiv gelohnt. Neben Kultur und lecker Essen, gab es ein wirklich schönes Städtchen zu besichtigen und auch das Cachen kam nicht zu kurz. Wir werden sicherlich noch mal nach Nördlingen fahren. Eisenbahnmuseum, Stadtmauercache, der wherigo und der ein oder andere Earthcache warten noch auf uns, aber das lässt sich sicher auch mit einem Tagesausflug erledigen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *